Frühlingserwachen

Der Wetterbericht für das Wochenende sagt frühlingshafte 14°C und mehr voraus, O-Ton Wetterfee: „Es gibt an diesem Wochenende keine Entschuldigung, nicht mit der Gartenarbeit anzufangen.“ Das war genau die Meldung, auf die der bequem gewordene Bauherr nur gewartet hatte, um endlich wieder an der frischen Luft werkeln zu können. Schliesslich hatte sich ja unglaubliche Faulheit breitgemacht und wir haben ganze 2,5 Monate lang NICHTS draußen getan.

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die übrigen Steine

Steine hatten wir von der letzten Aktion im Dezember mit dem Gehweg noch genug über, 2 verschiedene Größen, grau. Letztes Jahr hatte ich noch erfolglos versucht, schwarze Pflastersteine zu bekommen, aber weder Granit noch Basalt noch irgendein anderer Naturstein in schwarz ließ sich in der richtigen Größe noch auftreiben. Damit habe ich mich abgefunden und wie sich rausstellen sollte  sieht alles in grau auch sehr schön aus.

Und so standen/saßen/knieten wir am Samstag bei 4 Grad und kaltem Wind vor unserem Haustür-Podest und puzzelten Granitsteine in den vorhandenen Granit-Halbkreis. Bei 4 Grad. Nicht 14. Naja die paar 10 Grad machen den Kohl doch auch nicht fett… DOCH! Dazu kam, dass die bei näherer Betrachtung und vor allem Anpassung ins Sandbett diese quadratischen Steine so absolut überhaupt nicht mehr quadratisch waren. Anfangs versuchte man noch mit verschiedenen Kombinationen und Drehungen sein Glück, aber so wirklich passend wurde es selten. Und dadurch kamen wir sehr langsam voran. Nach einer kleineren Sinnkrise kamen auch Nachbarn vorbei, die sich ein weiteres Mal über unsere Arbeitswut bei diesen Temperaturen (wie im Dezember) wunderten. Allerdings hatten sie mit den Granitsteinen schon ähnliche Erfahrungen gemacht und konnten uns doch beruhigen, dass egal wie es jetzt scheinen mag am Ende doch alles gut aussehen wird und keine große Fugen auffallen werden.

Nach 2,5 Stunden fiel der Bauherrin wieder ein, warum sie im Dezember irgendwann einfach keinen Bock mehr hatte. Also eine Runde drinnen aufgewärmt, wieder vor die Tür und eingesehen, daß wir heute an einem Tag nicht fertig werden würden. Leider hatten wir schon ein wenig Zement im Podest verteilt, aber noch nicht naßgemacht, so dass ein Regenschauer jetzt ein wenig unpraktisch werden würde. Aber das Risiko mussten wir eingehen, der Wetterbericht hatte schließlich zumindest Regen ausgeschlossen. Also erstmal soweit es ging alles zur Seite geräumt und die Stolperfallen für die Nacht sich selbst überlassen.

Glücklicherweise lagen am Sonntag keine verunglückten Postboten oder Nachbarn vor der Tür, so daß wir – diesmal mit langer Unterhose und Schal – wieder ans Werk gingen. Mit dem Vorsatz einfach nicht so genau hinzuschauen, aber auch die Steine ein wenig vorzusortieren und diejenigen ohne gerade Trittfläche erstmal beiseite zu legen, ging es dann frisch ans Werk. Achja, und es war zur Feier des Tages auch noch ein Grad kälter geworden, auf 3,5 Grad, aber zumindest fehlte der Wind und so schien es nicht so kalt. Nach einer kleinen Unterbrechung mit Besuch und Kaffee und Kuchen sind wir dann abends wieder an den Dezember erinnert worden, da wir wieder mal bis in die Dunkelheit arbeiteten. Das letzte Innenstück ist noch nicht fertig, dort sollen morgen auf dem Rückweg von der Arbeit noch eine kleine Ladung noch kleinerer Steinchen gekauft werden, damit wir den letzten Rundbogen besser gelegt bekommen. Hier erstmal ein Bild vom Fast-Fertig, wir sind ganz zufrieden und es sieht wirklich besser aus als man denkt. Und wehe jemand schreibt einen anderslautenden Kommentar!

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Update! Jetzt fehlt nur noch Fugenmörtel.

3 Kommentare zu Frühlingserwachen

  1. GUT GEMACHT!! . . so schön grauton in grauton.
    Ich finds besser so als noch bunt – schwarz – oderwieauchimmer.
    Manchmal ist Weniger Mehr.

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